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Erfahrungsbericht zu Heimdialyse und Dialysedauer

Seit Mrz 1997 bin ich wegen Niereninsuffizienz nicht sicher zu klrender Genese ( Enstehung/Entwicklung) dialysepflichtig. Vor der Heimdialyse wurde im Kuratorium ( KfH) dreimal/Woche je 5h dialysiert, zuletzt Hmodiafiltration / On-Line-Verfahren.
(Hmo-)Heimdialyse ( Hmodiafiltration war nach Anweisung des Kuratoriums in der Heimdialyse nicht mglich ) ohne Hilfe und direkte berwachung ( Partner im Hintergrund, wurde noch nie bemht ) fhre ich nun seit April 99 ohne den geringsten Problemfall durch, fast ausnahmslos alle zwei Tage 8 h nachts. Zu den Daten : Blutflu in der Regel 400 ml/min, Dialysatflu in der Regel 800 ml/min, High-Flux-Filter ber 2 qm Oberflche Nach einem Jahr erfolgt nun eine Zwischenbilanz, auch deshalb, weil ich nun ( in eigener Regie ) auf Hmodiafiltration umsteige, da sich die B 2 Mikroglobuline, die fr Langzeitschden mitverantwortlich gemacht werden und ber das alleinige Hmodialyseverfahren kaum entfernt werden, erhht haben.

Ergebnisse nach einem Jahr (Hmo-)Heimdialyse:

deutliche Besserung des Gesamtbefindens

Klteempfinden, Pelzigkeit der Extremitten und Magenbeschwerden sind wesentlich weniger, z.T. berhaupt weg, das Konzentrationsvermgen und die Wachheit hat deutlich zugenommen, die Neigung zu Muskelkater bei sportlich ( leichter ) Belastung ist geringer, das Gewebe nicht mehr so verletzungsanfllig, die Konsistenz des Stuhles wieder geformt und Stuhlgang nur mehr einmal tglich, Atemnot seltener und geringer

psychisches Befinden

besser durch das Gefhl, nicht mehr so abhngig von den Zentrumsterminen zu sein, selbst den Dialysezeitpunkt zu bestimmen mit mehr Freiheit andere Termine wahr zu nehmen ( wenngleich Disziplin ntig ist, um die 8 h - davon 4-5 h Schlaf - Dialyse auch durch zu ziehen ) Nicht mehr missen mchte ich das Gefhl, ( fast ) nur mehr vom Gert abhngig zu sein, selbstndig entscheiden zu knnen, nicht mehr von Pflege abhngig zu sein, andere Menschen nicht mehr bemhen zu mssen, insgesamt mich vollwertiger zu fhlen, dieses "ich kann selbst" erleben. Das wirkt sich auch auf andere Lebensbereiche aus.

Nicht zuletzt verbessert sich mein Wohlbefinden dadurch, da ich entsprechend meinen Bedrfnissen fast unbeschrnkt essen und trinken kann. Besonders das Trinken von Wasser in greren Mengen geniee ich ohne Furcht, die nchste Dialyse ( und meinen Kreislauf ) zu berfordern. Die Dialyse ber Nacht ermglicht mir, den tglichen Arbeitsvepflichtungen weitgehend nach zu kommen ( nach den Dialysenchten fange ich meist erst um 10 Uhr an ), mehr Zeit fr die Familie und Hobby zu haben.

deutliche Besserung der Laborwerte.

Maximale Harnstoff - und Kreatininkonzentrationen ( jeweils unmittelbar vor der nchsten Dialyse gemessen ) liegen um bis zu 50% unter den Werten, die ich bei der Zentrumsdialyse hatte. ( Harnstoff in der Regel um 80 - 90 mg/dl, Kreatinin um 6 - 8 mg/dl, die Phosphat -Werte liegen (ohne medikamentse Therapie ) fast immer im Normbereich, ebenso Kalium und die anderen Elektrolyte. Epo ist nicht mehr ntig, auch auf andere Medikamente kann ich verzichten.

Fr mich hat sich sowohl die Heimdialyse als solche wie auch die Dialysedauer von 8h jede zweite Nacht als sehr positiv erwiesen. Statt frher ca. 15 h dialysiere ich jetzt ca. 28 h pro Woche ( auch wenn selten eine Dialyse von 6 h dazwischen liegt ). Da eine lngere Dialysedauer mehr Entgiftung, vor allem aus dem Gewebe ermglicht, ist schon lange bekannt. Sie ist auch schonender, insbesondere ist nun mglich, auch mehr Flssigkeit zu mir zu nehmen. Man mu bei der Flssigkeitsmenge ja zwei gegenstzliche Aspekte betrachten:

  1. mehr Flssigkeit im Krper verdnnt die Konzentration jedes Schadstoffes, d.h. z.B. die toxische Wirkung der erhhten Harnstoffkonzentration ist geringer und die Anreicherung im Gewebe lt sich ber die Dialyse leichter vermindern
  2. zuviel Flssigkeit stellt fr den Kreislauf und das Herz eine Belastung dar, die individuell beurteilt werden mu Zwischen diesen Polen mu der individuell richtige Weg gefunden werden. Bei mir hat sich eine Flssigkeitszunahme (Gewichtszunahme incl. Nahrungsaufnahme) zwischen den Dialysen von 5 - 6 Litern als optimal erwiesen. Wenn ich z.B. nur 4 Liter zunehme, trinke ich whrend und unmittelbar vor der Dialyse noch 1 - 2 Liter Wasser. Ich habe mit dieser Flssigkeitsmenge nur selten ( bei sportlicher Bettigung ) Probleme mit Leistung und Atmung ( diese Probleme hatte ich vor einem Jahr noch ausgeprgter ).

So viel Selbstndigkeit wie mglich

Ich kann jedem Dialysepflichtigen nur empfehlen, eine Heimdialyse zu anzustreben, wenn er dazu in der Lage ist. Meine Erfahrungen decken sich im wesentlichen mit denen anderer Heimdialysepatienten. Vielfach traut sich der Patient ja schon allgemein zuwenig zu und leider bestrkt ihn gelegentlich unsere " Medizin" darin. Es ist allgemein bekannt, da der Patient, der sein Schicksal mehr in die "eigene" Hand nimmt und eher die Ratschlge der rzte befolgt, eine weitaus bessere Prognose hat. Die Besttigung, als chronisch schwerkranker Patient seine Dinge mglichst weit selbst in die Hand nehmen zu knnen, ist zudem unbezahlbar. Um zu dieser Selbstndigkeit zu kommen mssen sogar gelegentlich meist gut gemeinte, sonst so angenehme und uns passiv machende Hilfeleistungen abgelehnt werden. Schon in der Zentrumsdialyse kann man viele Handgriffe von der Maschineneinstellung und Vorbereitung bis zur Punktion des Shuntes selbst lernen. Oft wird man den Wunsch zur Heimdialyse etwas nachdrcklicher vertreten mssen, nicht zuletzt auch gegen die gut gemeinten "optimalen Sicherheitsvorstellungen".
Darber hinaus sind alle Statistiken bezglich Lebenserwartung und mglicher Komplikationen fr die Heimdialyse - Patienten deutlich gnstiger (auch wenn wir dabei das "bessere Klientel" bercksichtigen)

Dialysedauer so lange wie mglich

Viele Patienten feilschen um jede Minute Dialyseverkrzung. Das gibt nur vordergrndig Lebensfreude, die Lebensqualitt sinkt mit Sicherheit, in jedem Fall auf Dauer. Man stelle sich nur vor :
Allein die gefilterte Blutmenge bei z.B. 4 h Dialyse und einem effektiven Blutflu von 300 ml/min ( angezeigt sind am Gert etwa 350 ml/min) entspricht nur einem Viertel der durchschnittlichen tglichen Blutmenge, die durch gesunde Nieren gefiltert wird. Wenn man nun jeden 2.Tag dialysiert ( was in den Zentren gar nicht mglich ist ), entspricht die damit erfolgte Filtrationsmenge nur einem Achtel der natrlichen Filtrationsmenge. Unbercksichtigt ist bei diesem Beispiel natrlich die im Vergleich zur gesunden Niere auch noch deutlich geringere Leistung des "knstlichen" Filters.
Eine optimale Dialyse kommt um den Zeitfaktor nicht herum, man sollte so lange wie mglich dialysieren.

2½ Jahre nach Umstellung auf Hmodiafiltration Nov. 2002

Nach Anfangsproblemen mit Sterilisation der Gerte und der Wasserzufuhr, die jedoch ohne wesentliche Gesundheitsprobleme gelst werden konnten, habe ich nun in dieser Zeit eine noch vertrglichere und wesentlich effektivere ( Mikroglobuline ) Dialyseart erlebt. Subjektiv erlebte ich eine mildere Dialyse, die Werte der Beta Mikroglobuline im Blut halbierten sich in etwa, brige Nierenwerte wie bei der bisherigen Dialyse, von Zeichen der Langzeitschden bei Dialysepatienten habe ich bisher nichts bei mir festgestellt. Vereinzelt gab es Probleme mit der Wasserzufuhr, was an dem alten Osmose - Gert liegt.


Sollten Sie weitere Fragen haben, knnen Sie mich ber das email-Icon kontaktieren.
Dr. med. Dieter Gabanyi, Internist, Homopath, Augsburg

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