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Leben mit der Dialyse

Bericht meiner 10jährigen Dialysezeit.

Hans-Peter Anfangen möchte ich mit meiner Geschichte schon 1980. Regelmäßig, wie es sich für einen jungen Familienvater gehört, bin ich alle 3-4 Monate zu meinem Hausarzt gegangen, um mich durchchecken zu lassen. Als Alleinverdiener mußte ich schließlich immer fit und gesund sein. Dies betraf nicht nur die Arbeit, sondern auch den vielen Sport den ich bis zu viermal die Woche betrieb. Der Arztbesuch wurde über viele Jahre ein richtiges Ritual. Blutabnahme, EKG, Belastungs-EKG, Röntgen der Lunge usw. Die Ergebnisse waren immer dieselben. Alles im grünen Bereich, nur der Blutdruck ist etwas erhöht.

In den nächsten Monaten stellte ich dann ungewöhnliche Situationen an mir fest. Auf der Fahrt zur Arbeit stieg ich mit Herzbeklemmungen und Schweißausbrüchen aus der S-Bahn aus. Bei Anlässen wie Geburtstagen oder anderen wurde ich aggressiv, aufbrausend und dergleichen. Auch beim Sport ließen meine Leistungen rapide nach, die ich durch pöbeln und andere Eigenarten versuchte zu kompensieren. Meine Meinung war, du trinkst zu wenig, brauchst Vitamine, Fleisch, Gemüse usw. Aber statt besser, wurde die ganze Geschichte noch schlechter. Ich ging zu meinem Hausarzt, bekam Tabletten. In der Zwischenzeit im April 1992 bin ich trotz schlechtem Gesundheitszustand mit einem Hilfskonvoi nach Kroatien gefahren um den Kriegsflüchtlingen zu helfen. Unterwegs waren die Strapazen so enorm das ich teilweise es meinem Kollegen überlassen mußte zu fahren. Wieder zu Hause, lebte ich bis zu dem Tag, es muß etwa Sommer 1992 gewesen sein, als ich eine Schilddrüsen-Operation durchführen lassen mußte. Die Schilddrüse war durch eine Untersuchung als nicht in Ordnung befunden worden, so dass die Ä;rzte annahmen, die Herzbeklemmungen, Schweißausbrüche und der erhöhte Blutdruck wären die Ursache für die Schilddrüsen-Unterfunktion. Im Krankenhaus wurde mir zu Kontrolle Blut abgenommen. Es wurde festgestellt, dass der Kreatinin-Wert und die Harnstoffe erheblich erhöht waren. Nach Beendigung des Krankenhausaufenthaltes begab ich mich zu meinem Hausarzt, der im Krankenhaus Barmbek einen stationären Termin zur Nierenpunktion veranlasste. Bei diesem Eingriff wurde festgestellt, dass beide Nieren nur noch 22% der Leistung hatten. Mir wurde eine spezielle Diät und Tabletten für den Bluthochdruck empfohlen. Mein Hausarzt verordnete mir Medikamente und empfahl mir auch eine Diät. Damit könne man die Nierenfunktion so beibehalten, das sie nicht schlechter werden würde, meinte er. Im Entlassungsbrief des Krankenhauses war aber schriftlich dokumentiert, dass die Nierenfunktion rapide schlechter werden würde, so dass es keine Möglichkeit bzw. Rettung der Nierenfunktion geben würde. Diese Aussage des Krankenhauses hatte mir mein Hausarzt aber nicht mitgeteilt, so dass ich die Blutdrucktabletten und die Diät als Anordnung des Arztes in Angriff nahm.

Einige Tage später passierte mir, von der Arbeit kommend ein Unfall den ich mir bis heute nicht erklären kann. Kurz vor Zuhause fuhr ich auf einen vor mir stehenden PKW auf , den ich, sowie meinen eigenen zum Totalschaden brachte. Dazu erfasste ich noch zwei andere entgegenkommende Fahrzeuge die auch einiges an Blechschaden davon trugen. Wie durch ein Wunder blieben alle Beteiligten unverletzt. Um es kurz zu machen, auf die Frage der Polizei ob ich Drogen, Alkohol oder Tabletten nehme, bejahte ich die Tabletten. Zuhause bei meiner Frau rätselten wir Stunden lang, wie es passiert sein konnte. Mit Entsetzen stellten wir fest, das ich Tabletten gegen "niedrigen Blutdruck" bekommen hatte. Danach war mir klar , dass ich den Arzt wechseln mußte.

Ich machte einen Termin mit einem Nephrologen in Hamburg-Bergedorf aus. Am Eingang dieses Hauses stand Dialyse-Praxis, (Sie können sich auch per Mail bei der Dialysepraxis in Bergedorf informieren) was mir überhaupt nicht geläufig war. Nach einem langen Aufklärungsgespräch anhand der vorhandenen Befunde mit Dr. Weiser und Dr. Meyer hatte ich so halbwegs begriffen was auf mich zukommen sollte. Verzweifelt über meine Situation saß ich dann vor der Bergedorfer Kirche und heulte wie ein kleines Kind dem man was weggenommen hatte. Meine Frau holte mich ab und brachte mich nach Hause. Wir redeten Tag und Nacht über diese Situation und die kommende Zukunft die in meinen Augen nicht sehr rosig ausfiel. In den folgenden Tagen informierte ich unter viel Scherz und Trauer meinen Arbeitgeber, unsere Freunde meine Eltern und meine Sportskameraden. Im April/Mai 1993 wurde mir der erste Shunt gelegt, die aber meist nach Stunden durch einen Thrombus wieder verschlossen waren. Die ersten 7 Shunt hielten überhaupt nicht, so dass ich zur ersten Dialyse einen Katheder haben mußte. Der Arzt im AK Bergedorf war wirklich am verzweifeln und schickte mich später nach Altona wo bei 3 Versuchen dasselbe passierte. Mit viel Glück und Können klappte es dann doch in Bergedorf und ich hatte erstenmal für 3 Jahre Ruhe. bei der Dialyse Die ersten Dialysen vertrug ich eigentlich sehr gut, hatte auch keine größeren Probleme. Nach ca. einem Jahr war ich der Tragweite zwar bewusst und hatte mich daran gewöhnt, aber im Inneren brodelte es gewaltig, so dass ich oft an Selbstmord dachte, da ich keinen Sinn mehr im Leben sah. Ich ging zwar noch arbeiten, aber alles ohne Lust und Vergnügen. Durch die Stundenausfälle an der Dialyse war ich dazu verdammt auch am Wochenende zu arbeiten, damit meine Familie keinen finanziellen Verlust erleidet. Eines Tages, nach etwa 2 Jahren ging es körperlich und seelisch nicht mehr, so wie ich wollte, so dass ich die Gehaltseinbußen in Kauf nehmen mußte, um mich am Wochenende zu erholen.

Monate später wurde meine Arbeit im Büro so eingeschränkt das ich vor Kummer so krank wurde und für immer zu hause blieb. Inzwischen hatte sich meine Frau dazu entschieden aus ihrem Halbtagsshop eine Vollzeitstelle anzunehmen, die Sie dann auch im BUK-Hamburg bekam. Durch diese Situation hatte sich bei uns dreien die negative Einstellung etwas gelegt, da wir jetzt auch finanziell keine Probleme mehr hatten. Inzwischen war auch meine Erwerbsunfähigkeitsrente beantragt und genehmigt.

Ab dieser Zeit war es auch wieder möglich wieder in Urlaub zu fahren. Unser Feriendomizil wurde immer Spanien bzw. Andalusien wo wir verschiedene Feriendialysen besuchten. Bei einer dieser geplanten Reisen ging mir 4 Tage vorher der Shunt zu und es blieb mir nichts anderes übrig als ein Demoskatheter einbauen zulassen damit wir noch fahren konnten, trotz großer Bedenken der Chirurgen.

In den Jahren 1996-1999 hatte ich eigentlich keine seelischen oder körperlichen Probleme, außer das ich eine Revision oder neue Shuntanlage nach der anderen brauchte. ( Bis heute 2001 21 OP`s).

Im Jahre 1997 im Mai fing ich auch wieder an stundenweise als Gärtner zu arbeiten, was mir sehr viel Spaß machte. Im Sommer ergab sich die Situation das ich körperlich abnahm, aber mein Trockengewicht behielt. Die Folge war, das dass Wasser im Körper anstieg und ich zu ersticken drohte. Eine schnelle Dialyse am Sonntagmorgen mit 9 Litern Entzug brachte die nötige Verbesserung meiner Lage. Ich wechselte Tage später zur Bäckerei Butenschön in Bergedorf wo ich als Fahrer arbeitete, was mir sehr viel Spaß machte bei netten und verständnisvollen Kollegen.

Es war der 17. März 1999 um 11 Uhr als der Anruf kam. Am anderen Ende war Dr. Weiser der mir mitteilte das in Lübeck eine Niere für mich bereit zur Transplantation war. Nachdem ich aufgelegt hatte lief ich schreiend und aufgeregt durch die Wohnung nicht begreifend in was für eine Situation ich geraten war. Ich rief alle möglichen Leute an um Ihnen mein Glück mitzuteilen. In meiner Aufregung hätte ich fast vergessen meine Frau anzurufen.

In Windeseile packten wir das nötigste zusammen und fuhren nach Lübeck.

Nach allen Untersuchungen wurde ich von Professor Heuer operiert. Schon 3 Tage später war wieder auf den Beinen und zeigte jedem wie glücklich ich war. Am 4. Tag bekam ich plötzlich starke Schmerzen im Bereich der neuen Niere die nur mit starken Schmerzmitteln bekämpft werden konnte. Aber statt besser wurde es immer schlimmer. Am 5. Tag mußte die Stationsärztin ganz früh kommen und führte eine Sonographie der Niere durch. Mit Entsetzen stellte Sie einen Trombus im Organ fest. Durch eine Notoperation wurde mir das Transplantat wieder entfernt. Die Tage und Wochen danach waren für mich eine schlimme Zeit, die ich nur im Depressiven Zustand verbrachte. So gut es ging halfen mir meine Frau und ein Psychologe über die Zeit hinweg. Aber es nützte nichts, ich mußte weiterhin an die Dialyse. Um mich auch abzulenken nahm ich im Oktober 1999 eine neue Arbeit an. Diesmal fing ich in einem Betrieb für Medizintechnik an. Nach anfänglichen Schwierigkeiten bekam ich die verantwortungsvolle Aufgabe mich um den Datenbestand der Firma zu kümmern. Bei über 20000 Datenbeständen im In-und Ausland ist dies eine besondere Aufgabe alles auf den Neusten Stand zu bringen da sich die Daten täglich ändern. Zeit zum Grübeln und über meine Krankheit nachzudenken hatte ich jetzt nicht mehr.

In dieser Zeit unternahmen meine Frau und ich viele Ausflüge, gingen zu Veranstaltungen und auch anderen Anlässen. Im Sommer 2000 führen wir zu einer, von unserem Dr. Weiser neuen Feriendialyse auf Mallorca. Wir haben dort wunderschöne Ferien verbracht. Der chönste Tag und Höhepunkt sollte der 17. November 2000werden, der Tag unserer Silberhochzeit. Er begann Morgens um halb 5 Uhr mit einer Katastrophe. Wahrscheinlich vor Aufregung und Bedenken über die große Feier die stattfinden sollte, blieb meine Shuntanlage stehen. In der Kürze der Zeit würde ich an diesem Samstag in keiner Klinik eine Revision geschweige denn eine neue Anlage bekommen können. Nach einem Anruf bei meinem Dialysearzt hatte ich das Glück noch einen Katheder für den Hals bekommen zu können. Zum Einbauen fand sich in der Unfallklinik ein Anästhesist bereit. Drei Stunden Dialyse folgte. Danach duschen und anziehen, so dass die Feier mit 45 Gästen beginnen konnte. Im nachhinein kann ich sagen, es war für uns beide ein tolles Fest was wir nie vergessen werden. Schon 2 Tage später ließ ich mir einen neuen Shunt im rechten Oberarm legen. Er musste zwar bis heute zweimal revidiert werden, aber sonst hält er prima. Unseren Urlaub 2001 verbrachten wir diesmal zu hause, da wir eine neue Küche und Badezimmer bekommen haben. Die Dialyse lief bis zum 28.10.2001 wie immer gut. Dann kam wieder dieser Anruf.

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Die Rechte und die Verantwortlichkeit für diesen Erfahrungsbericht (März 2003) liegen beim Autor (Hans-Peter Nennich). Wenn Sie Fragen zu seiner Geschichte haben, können Sie über das Email-Icon mit ihm Kontakt aufnehmen.

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